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Restaurierung der St. Lutwinus Pfarrkirche

Sie erinnern an die prachtvollen Kunstschätze im italienischen Ravenna – die Goldmosaike in der Apsis, im Gewölbe und in den Seitenwänden der Kirche St. Lutwinus, Mettlach. Die Wallfahrts- und Pfarrkirche ist für Kunstliebhaber längst kein Geheimtipp mehr – seit mehr als einem Jahrhundert ist das denkmalgeschützte Gebäude ein Reiseziel für Pilger und Kunstinteressierte aus aller Welt. Neben den Altären weist die einzigartige Ausstattung des Denkmals mit einem Terrakotta-Kreuzweg, dem Bodenbelag mit Platten und Mosaiken aus Mettlacher Tonstiftmaterial sowie die mit reichlich venezianischem Gold und Glas gefertigten Mosaike auf ein Handwerk hin, das heute nur noch wenige beherrschen.

Doch gerade an diesen Tagen konnten zahlreiche Interessierte diese traditionsreiche Mosaikkunst bei der Restaurierung einzelner Werke noch einmal erleben. Die Artefactur, eine auf Kunsthandwerk und individuellen Digitaldruck spezialisierte Abteilung der V&B Fliesen GmbH, entsandte einen Mosaikkünstler und brachte tatkräftig ihr selten gewordenes Fachwissen ein.

Aufgabe:

Die Anfang des vorigen Jahrhunderts fertiggestellte Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Lutwinus ist ein denkmalgeschütztes Gebäude, das weit über die Grenzen des Saarlandes bekannt ist. Der unter der Bauaufsicht der damaligen Steingutfabrik Villeroy & Boch entstandene Sakralbau beherbergt zahlreiche kunsthistorisch wertvolle Werke. Zu ihnen gehören die Goldmosaike in der Apsis und im Gewölbe sowie in den Seitenwänden des Chores. Sie wurden sukzessive in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach den Entwürfen verschiedener Künstler von der damaligen Kleinmosaik-Abteilung des Unternehmens Villeroy & Boch geschaffen. Ein mystischer Glanz geht von ihnen aus, der jedoch im Laufe der Jahrzehnte durch Umwelteinflüsse und Kerzenrauch gelitten hat. Für die Artefactur der V&B Fliesen GmbH als Nachfolgerin der Mosaikkünstler des vorigen Jahrhunderts war es deshalb keine Frage, die Restauration zu übernehmen und ihr Knowhow einzubringen.

Denn nicht nur Staub und Ruß haben eine nicht immer gewünschte Patina hinterlassen - im Laufe der Jahre kam es auch an wenigen Stellen zu Setzrissen, die nun fachgerecht und dauerhaft haltend gefüllt werden müssen.

Umsetzung: 

Zuerst wird in mehreren Durchgängen und mit einem speziellen Reiniger das venezianische Glas- und Goldmosaik des Gewölbes zu neuem Glanz gebracht. In schwindelerregender Höhe und teils über Kopf arbeitend werden von dem Restaurator der Artefactur schadhafte Stellen mit echten Goldmosaiksteinen ausgebessert. 

Ein langer Setzriss durchzieht beispielsweise das Mosaik „Sursum Corda – Erhebet die Herzen“. Es ist eines von mehreren – in den Jahren 1902 bis 1954 – gestifteten Bildmosaike einzelner Mitglieder der Familie von Boch. Kleine Mosaiksteine sind an einigen Stellen ausgebrochen, die nun durch farblich genau gleiche ersetzt werden müssen.

Eine kleine Herausforderung ist das Verfugen. Damit sich der Riss in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten nicht wieder neu bilden wird und die einzelnen Steine dauerhaft miteinander verbunden sind, muss ein besonderes Fugenmaterial angewendet werden. Es muss einerseits so flexibel sein, dass es die mehrere Zentimeter tiefen Risse „verbindlich“ füllt. Andererseits muss es ein Material sein, das auf keinen Fall in die feinen Mosaiksteinchen abfärbt. Nachdem das Material durch die Spezialisten der Artefactur definiert ist, stellt das tiefe Einbringen des Flexfugenmörtels in die feinen, manchmal weniger als ein Millimeter breiten Risse eine neue Herausforderung dar.

Doch die Mitarbeiter der Artefactur sind erfahren und vor allem auch erfinderisch. Kurzerhand wird eine spezielle Fugenspritze entwickelt, die mit Erfolg bei der Restauration der Bildmosaike zum Einsatz kommt. Erst danach kann es mit der Reinigung des Kunstschatzes weiter gehen.

Ergebnis:

In diesen Tagen wird die Restaurierung abgeschlossen sein. Für die V&B Fliesen GmbH hat dieses Projekt an dem für das Unternehmen traditionsreichen Ort eine besondere Bedeutung.

Auftraggeber:

Die Auftraggeber sind die katholische Kirchengemeinde St.Lutwinus, Mettlach, voran Pastor Thomas Schmitt mit Unterstützung vom Denkmalamt des Saarlandes, der bischöfliche Generalvikariat in Trier und Herr Luitwin Gisbert von Boch-Galhau, Ehrenmitglied des Aufsichtsrats der Villeroy & Boch AG.

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